Thema · Lunge
Bei COPD und Asthma sind die Atemwege verengt. Das Atmen fällt schwer, besonders bei Anstrengung. Viele schonen sich deshalb. Doch gerade angeleitete Bewegung lindert die Atemnot und hält dich belastbar und selbstständig.
Hier erfährst du, was in der Lunge passiert, welche Atemtechniken helfen und wie Lungensport abläuft. Die Seite ersetzt keine Untersuchung.
- Im KursAtemtechniken, Ausdauer und Kraft, angepasst an deine Atmung
- Nicht dabeiLuft anhalten und Pressatmung
- AnstrengungLeicht bis etwas anstrengend. Etwas Atemnot ist erlaubt, Sprechen in Sätzen geht noch
- RahmenLungensport: mindestens 45 Minuten, höchstens 15 Personen, mit Übungsleitung
Was in der Lunge passiert
COPD
Die Atemwege sind dauerhaft verengt und geschädigt. Die Luft kommt beim Ausatmen schlecht heraus und staut sich in der Lunge. Das Zwerchfell, der wichtigste Atemmuskel, arbeitet dann ungünstig.
Asthma
Die Atemwege sind entzündet und überempfindlich. Auslöser wie Pollen, Infekte, Stress oder ein plötzlicher Wechsel von Ruhe zu Anstrengung lassen sie eng werden. Etwa jeder 20. Mensch hat Asthma. Zwischendurch gibt es oft Zeiten ohne Beschwerden.
Atemnot macht Angst, und Angst führt zu Schonung. Dann bauen Muskeln ab, und schon kleine Wege werden anstrengender. Bewegung durchbricht diesen Kreis.
Was Bewegung bewirkt
Die Nationale VersorgungsLeitlinie COPD empfiehlt allen Betroffenen, unabhängig vom Stadium, körperlich aktiv zu sein und angeleitet zu trainieren. Wer das nicht allein schafft, soll Rehasport wie Lungensport bekommen. Auch bei Asthma gehört regelmäßiges Training zur Behandlung.
- Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit und Koordination nehmen zu. Treppen und Einkäufe fallen leichter.
- Die Atemnot im Alltag wird geringer, das Vertrauen in den eigenen Körper wächst.
- Gleichmäßiges Training und Training in Intervallen, also im Wechsel von Belastung und Pause, wirken ähnlich gut.
Etwas Atemnot beim Training ist erlaubt und kein Zeichen von Gefahr. Wichtig ist, dass du sie mit Pausen und Atemtechnik selbst steuern kannst.
Was im Rehasport passiert
Zu Beginn wird gefragt, wie es dir geht, oft wird auch der Atemstoß gemessen, der sogenannte Peak-Flow. Ein ruhiges Aufwärmen bereitet die Atemwege vor. Bei Asthma beugt das einem Anfall durch Anstrengung vor.
Im Hauptteil wechseln Ausdauer, Kraft mit Hanteln oder Band und Beweglichkeit. Die Bewegung richtet sich nach dem Atem, nicht umgekehrt. Die Luft wird nie angehalten oder gepresst. Wer wenig belastbar ist, übt in kurzen Abschnitten mit Pausen. Zum Schluss wird es ruhiger, mit Atemwahrnehmung und Entspannung.
Lippenbremse
Durch die Nase einatmen, dann langsam gegen locker aufeinanderliegende Lippen ausatmen. Das hält die Atemwege offen. Vorher nicht extra tief einatmen.
Atemerleichternde Haltungen
Im Kutschersitz stützt du die Unterarme auf die Oberschenkel. Im Stand stützt du die Hände auf die Knie, das ist die Torwartstellung. So arbeiten Zwerchfell und Atemhilfsmuskeln leichter.
Bekommst du Sauerstoff, stellst du dein Gerät so ein, wie es ärztlich festgelegt ist. Im Kurs wird die Menge nicht verändert.
Gut zu wissen im Alltag
- Notfallspray immer dabei: auch in jeder Kursstunde.
- Atemtechnik üben, wenn es dir gut geht: Dann sitzen Lippenbremse und Kutschersitz, wenn es darauf ankommt.
- Tempo an den Atem anpassen: Lieber langsamer gehen und dafür ohne Pause ankommen.
- Hitze meiden: Im Sommer bewegst du dich besser morgens oder abends statt in der Mittagshitze.
- Nicht allein trainieren: Gemeinsam ist sicherer und macht mehr Freude.
- Rauchfrei leben: Fachleute raten, ganz auf Tabak zu verzichten, auch auf Passivrauch. Deine Praxis unterstützt dich dabei.
Wann ärztlich abklären?
Sofort den Notruf 112 wählen: wenn die Atemnot sehr plötzlich und schwer auftritt oder trotz Notfallspray und Lippenbremse nicht besser wird.
Bitte bald ärztlich abklären: wenn Husten, Auswurf oder Atemnot über Tage zunehmen, wenn du dein Notfallspray häufiger brauchst als sonst oder wenn deine Belastbarkeit spürbar nachlässt. Bei einem akuten Infekt pausierst du mit dem Training.
Fühlst du dich am Kurstag deutlich schlechter als sonst, sag es zu Beginn der Stunde. Die Übungsleitung passt das Programm an.
Diese Fragen helfen dir im Kurs und in der Praxis
- Wie stark darf ich mich belasten, und woran merke ich, dass es zu viel ist?
- Soll ich vor dem Training mein Spray nehmen?
- Wie stelle ich mein Sauerstoffgerät bei Belastung ein?
- Mache ich die Lippenbremse richtig?
- Gibt es eine Schulung zu meiner Erkrankung?
Zum Mitmachen
Übungen aus dem Rehasport für zu Hause, mit Bild und Anleitung. Nur Übungen machen, die in der Gruppe schon gelernt wurden.
Quellen und weiterführende Informationen
In eigenen Worten zusammengefasst. Die Seite ersetzt keine ärztliche Untersuchung und keine individuelle Beratung.
- Nationale VersorgungsLeitlinie COPD, 2. Auflage, Kapitel 4: Nicht-medikamentöse Therapie
- Nationale VersorgungsLeitlinie COPD: Patientenblatt „Warum Bewegung wichtig ist“
- Nationale VersorgungsLeitlinie Asthma: Patientenblatt „Asthma: Wenn Atmen schwerfällt“ (2023)
- AG Lungensport: Definition und Ziele
- AG Lungensport: Lungensport und Langzeit-Sauerstofftherapie (2015)
- Deutsche Atemwegsliga
- WBRS: Aufbaulehrgang Innere Medizin B40 (Lehrgangsunterlagen, nicht öffentlich)
Stand: Oktober 2026, abgeglichen mit dem Regelwerk 2026.6.
Häufige Beschwerdebilder
Allgemeine Informationen, ersetzen keine ärztliche Beratung. Wir sind Trainerinnen und Trainer, keine Ärztinnen und Ärzte: Untersuchung, Diagnose und Behandlung gehören in ärztliche Hände.

