Rotatorenmanschette

Beschwerdebild · Rotatorenmanschette

Die Rotatorenmanschette ist eine Gruppe von Muskeln, deren Sehnen den Oberarmkopf wie eine Manschette umfassen. Sie halten ihn in der Gelenkpfanne und drehen und heben den Arm. Reißt eine dieser Sehnen ganz oder teilweise, spricht man von einer Rotatorenmanschettenruptur.

Ob mit oder ohne Operation: gezielte Übungen sind die Grundlage der Behandlung. Hier erfährst du, worauf es dabei ankommt und warum Geduld nach einer Operation so wichtig ist.

Aufbau des Schultergelenks, schematisch von vorne Schulterdach(Acromion) Schleimbeutel Sehnenkappe(Rotatorenmanschette) Oberarmkopf Oberarmknochen flachePfanne Knorpel Schulter-blatt
  • Im KursBeweglichkeit im schmerzfreien Bereich, Schulterblatt-Kontrolle, Kräftigung mit leichtem Widerstand
  • Nicht dabeiGewichte über Kopf, Würfe, Schwung und Stützen auf die Hände
  • AnstrengungLeicht bis etwas anstrengend, Sprechen in ganzen Sätzen geht noch
  • RahmenMindestens 45 Minuten, höchstens 15 Personen, mit Übungsleitung

Was ist das, woher kommt es?

Risse in der Rotatorenmanschette werden mit dem Alter häufiger. Meist kommen mehrere Gründe zusammen, etwa Verschleiß der Sehne und Engstellen unter dem Schulterdach. Manchmal steckt auch ein Sturz oder ein Ruck dahinter.

Nicht jeder Riss macht Beschwerden. Probleme beginnen oft erst, wenn Kraft verloren geht und Schmerzen dazukommen, zum Beispiel beim Heben des Arms.

Ohne Operation

Physiotherapie ist laut Leitlinie die Basis. Ziel sind Beweglichkeit, Kraft und ein gutes Gelenkgefühl. Rehasport kann danach helfen, dranzubleiben. Mehr zum Schulter-Engpass

Nach einer Operation

Die genähte Sehne muss erst einheilen. Wie lange du eine Schiene trägst und was du wann darfst, legt dein Operationsteam fest.

Körperfigur

Was Bewegung bewirkt

Die aktuelle deutsche Leitlinie von 2024 nennt Trainingstherapie und Eigenübungen als festen Teil der Behandlung, auch nach einer Operation. Die Übungen sollen die Schulter beweglich halten, die übrigen Muskeln der Manschette kräftigen und das Schulterblatt gut führen.

  • Zuerst kommt die Beweglichkeit im schmerzfreien Bereich, anfangs mit Hilfe, zum Beispiel mit einem Stab oder der anderen Hand.
  • Danach folgen Übungen, die das Schulterblatt stabil halten.
  • Gekräftigt wird mit leichtem Widerstand, den Ellbogen am Körper, etwa beim Drehen des Arms nach außen und innen gegen ein Band.

Nach einer Operation gilt: Zu forsches Üben kann die genähte Sehne wieder reißen lassen. Langsam steigern lohnt sich.

Schmerz-Ampel beim Üben Leicht spürbar, geht nach der Stunde wegWeitermachen. Das ist häufig und kein Schaden. Deutlich und wird stärkerÜbung leichter machen: kleiner, langsamer, mit Halt oder im Sitzen. Stark, stechend oder hält bis zum nächsten Tag anAufhören und der Übungsleitung Bescheid sagen.
So kannst du Beschwerden beim Üben einordnen. Im Zweifel fragst du deine Übungsleitung.

Was im Rehasport passiert

Eine Stunde dauert mindestens 45 Minuten. Nach dem Aufwärmen kommen Gleichgewicht und Koordination, dann Kraft und Beweglichkeit. Für die Schulter heißt das: erst kurze Hebel, also Arm gebeugt und nah am Körper, später längere. Erst mit Hilfe, dann aus eigener Kraft.

Gewichte über Kopf, Würfe, schwungvolle Armbewegungen und Übungen im Stütz auf den Händen, etwa der Vierfüßlerstand, werden für dich angepasst. Seitliches Armheben gegen Widerstand gibt es nur, wenn es schmerzfrei geht und deine Schulter schon gut belastbar ist.

Langsam steigern: Belastungstreppe in vier Stufen Start + etwas mehr + etwas mehr Ziel 5–10 Min.locker wenn es gutvertragen wird immer nur eineSache ändern 2–3 × pro Wochemind. 30 Min. Schlechter Tag: eine Stufe zurück, nicht aufhören.
Schritt für Schritt: erst Beweglichkeit, dann Kontrolle, dann Kraft. Nach einer Operation nach den Vorgaben deines Operationsteams.

Bring nach einer Operation deinen Nachbehandlungsplan mit. Sag zu Beginn jeder Stunde, wenn die Schulter heute anders ist als sonst. Mehr zu Nacken und Schulter

Gut zu wissen im Alltag

  • Nah am Körper: Trag Taschen mit dem gesunden Arm und halte Lasten dicht am Körper.
  • Nicht über Kopf: Stell oft gebrauchte Dinge in Brust- bis Hüfthöhe. Für oben nimm einen Tritt, statt dich zu strecken.
  • Kurz und oft: Mehrere kleine Übungseinheiten am Tag tun der Schulter meist besser als eine lange.

Wann ärztlich abklären?

Bitte bald ärztlich abklären: wenn du nach einem Sturz oder Ruck den Arm plötzlich nicht mehr heben kannst. Frische Risse werden laut Leitlinie möglichst zeitnah versorgt. Auch wenn die Schmerzen zunehmen, nachts nicht mehr nachlassen oder die Kraft deutlich abnimmt, lass nachsehen.

Nach einer Operation sofort melden: wenn die Wunde rot, warm oder geschwollen wird, wenn sie nässt oder du Fieber bekommst. Außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116 117.

Spürst du beim Üben einen plötzlichen, stechenden Schmerz oder ein Schnappen, hör auf und sag es der Übungsleitung.

Diese Fragen helfen dir im Kurs und in der Praxis

  • Wie weit darf ich den Arm gerade heben und drehen?
  • Ab wann darf ich gegen Widerstand üben?
  • Welche Bewegungen soll ich im Alltag noch meiden?
  • Welche Übung kann ich zu Hause regelmäßig machen?
  • Welche Beschwerden soll ich sofort melden?

Zum Mitmachen

Übungen aus dem Rehasport für zu Hause, mit Bild und Anleitung. Nur Übungen machen, die in der Gruppe schon gelernt wurden.

Quellen und weiterführende Informationen

In eigenen Worten zusammengefasst. Die Seite ersetzt keine ärztliche Untersuchung und keine individuelle Beratung.

Stand: Oktober 2026, abgeglichen mit dem Regelwerk 2026.6.

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Allgemeine Informationen, ersetzen keine ärztliche Beratung. Wir sind Trainerinnen und Trainer, keine Ärztinnen und Ärzte: Untersuchung, Diagnose und Behandlung gehören in ärztliche Hände.

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