Künstliches Schultergelenk (Schulter-TEP)

Beschwerdebild · Künstliches Schultergelenk (Schulter-TEP)

Bei einer Schulter-TEP werden die abgenutzten Gelenkflächen der Schulter durch eine Prothese ersetzt. Ziel sind weniger Schmerzen und ein Arm, mit dem du den Alltag wieder gut bewältigst.

Wie es nach der Operation weitergeht, hängt stark von der Art der Prothese und von der Klinik ab. Deshalb gilt immer der Plan deines Operationsteams. Hier erfährst du, was Bewegung bewirkt und worauf es im Rehasport ankommt.

Aufbau des Schultergelenks, schematisch von vorne Schulterdach(Acromion) Schleimbeutel Sehnenkappe(Rotatorenmanschette) Oberarmkopf Oberarmknochen flachePfanne Knorpel Schulter-blatt
  • Im KursBeweglichkeit in den erlaubten Grenzen, Schulterblatt-Kontrolle, später Kraft mit leichtem Widerstand
  • Nicht dabeiStützen auf die Hände, Gewichte über Kopf, Würfe und den Arm hinter den Rücken führen
  • AnstrengungLeicht bis etwas anstrengend, Sprechen in ganzen Sätzen geht noch
  • RahmenMindestens 45 Minuten, höchstens 15 Personen, mit Übungsleitung

Was passiert bei der Operation?

Ein künstliches Gelenk kommt infrage, wenn eine Arthrose oder eine andere Schädigung der Schulter trotz Behandlung zu starken Schmerzen und Einschränkungen führt. Es gibt verschiedene Prothesenarten. Welche du hast, steht in deinem Operationsbericht.

Bei vielen Eingriffen wird ein Muskel vorne an der Schulter gelöst und am Ende wieder angenäht. Diese Naht braucht Zeit zum Heilen. Deshalb sind in den ersten Monaten einige Bewegungen tabu, vor allem das Drehen des Arms nach innen mit Kraft und das Führen des Arms nach hinten.

Die Nachbehandlung läuft in Stufen: zuerst Schonung in einer Schlinge, dann geführtes Bewegen, später Bewegen aus eigener Kraft und erst danach Kräftigung. Wann welche Stufe beginnt, bestimmt dein Operationsteam. Mehr zu Nacken und Schulter

Nach Schulter-Prothese: Diese Bewegungen vorerst vermeiden Arm hinterden RückenArm weit nachhinten streckenAuf die HändestützenVor dem Körperbewegen, in denerlaubten Grenzen In den ersten Monaten, Freigabe durch das Operationsteam

Was Bewegung bewirkt

Das neue Gelenk nimmt den Schmerz. Beweglich und kräftig wird die Schulter aber erst durch Übung. Die Muskeln rund um Schulter und Schulterblatt führen und schützen das künstliche Gelenk.

  • Regelmäßiges Bewegen in den erlaubten Grenzen beugt Steifigkeit vor.
  • Ein gut geführtes Schulterblatt macht Armbewegungen sicherer.
  • Kraft kommt erst später dazu und wird langsam gesteigert.

Erst beweglich, dann stabil, dann kräftig. Wer zu früh zu viel will, gefährdet die Heilung.

Langsam steigern: Belastungstreppe in vier Stufen Start + etwas mehr + etwas mehr Ziel 5–10 Min.locker wenn es gutvertragen wird immer nur eineSache ändern 2–3 × pro Wochemind. 30 Min. Schlechter Tag: eine Stufe zurück, nicht aufhören.
Schritt für Schritt, nach dem Plan deines Operationsteams.

Was im Rehasport passiert

Eine Stunde dauert mindestens 45 Minuten. Nach dem Aufwärmen kommen Gleichgewicht und Koordination, dann Beweglichkeit und Kraft. Für die Schulter heißt das: kurze Hebel vor langen, erst mit Hilfe, zum Beispiel mit einem Stab, dann aus eigener Kraft.

Übungen im Stütz auf den Händen, etwa der Vierfüßlerstand, Gewichte über Kopf, Würfe und schwungvolle Armbewegungen werden für dich angepasst. Auch Bewegungen, bei denen der Arm hinter den Rücken oder weit nach hinten geht, lässt du weg, solange dein Operationsteam sie nicht freigegeben hat.

Bring deinen Nachbehandlungsplan mit, damit die Übungsleitung die Übungen danach auswählen kann. Ein schöner Nebeneffekt: Die übrigen Übungen der Stunde halten Beine und Rumpf in Form.

Schmerz-Ampel beim Üben Leicht spürbar, geht nach der Stunde wegWeitermachen. Das ist häufig und kein Schaden. Deutlich und wird stärkerÜbung leichter machen: kleiner, langsamer, mit Halt oder im Sitzen. Stark, stechend oder hält bis zum nächsten Tag anAufhören und der Übungsleitung Bescheid sagen.
So kannst du Beschwerden beim Üben einordnen. Im Zweifel fragst du deine Übungsleitung.

Gut zu wissen im Alltag

  • Vor dem Körper arbeiten: Halte Dinge, die du trägst, nah am Körper und vor dir.
  • Nicht abstützen: Steh aus dem Sessel mit Schwung aus den Beinen auf, nicht mit Druck auf den operierten Arm.
  • Stürze vermeiden: Gute Beleuchtung, feste Schuhe und freie Wege schützen die neue Schulter.
  • Mehr als der Kurs: Empfohlen sind insgesamt etwa 150 Minuten Bewegung pro Woche, zum Beispiel als tägliche Spaziergänge.

Wann ärztlich abklären?

Sofort in der Klinik oder Praxis melden: wenn die Wunde rot, warm, geschwollen ist oder nässt, wenn du Fieber bekommst oder die Schmerzen deutlich zunehmen. Außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116 117.

Bitte gleich abklären lassen: wenn du nach einem Sturz oder einer ruckartigen Bewegung starke Schmerzen hast oder den Arm nicht mehr bewegen kannst. Dann muss das Gelenk untersucht werden.

Spürst du beim Üben einen plötzlichen, stechenden Schmerz, hör sofort auf und sag es der Übungsleitung.

Diese Fragen helfen dir im Kurs und in der Praxis

  • Welche Prothese habe ich, und welche Bewegungen sind bei mir tabu?
  • Wie weit darf ich den Arm heben, drehen und nach hinten führen?
  • Ab wann darf ich gegen Widerstand üben?
  • Welche Übung kann ich zu Hause regelmäßig machen?
  • Welche Beschwerden soll ich sofort melden?

Zum Mitmachen

Übungen aus dem Rehasport für zu Hause, mit Bild und Anleitung. Nur Übungen machen, die in der Gruppe schon gelernt wurden.

Quellen und weiterführende Informationen

In eigenen Worten zusammengefasst. Die Seite ersetzt keine ärztliche Untersuchung und keine individuelle Beratung. Maßgeblich ist immer der Nachbehandlungsplan deiner Klinik.

Stand: Oktober 2026, abgeglichen mit dem Regelwerk 2026.6.

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Allgemeine Informationen, ersetzen keine ärztliche Beratung. Wir sind Trainerinnen und Trainer, keine Ärztinnen und Ärzte: Untersuchung, Diagnose und Behandlung gehören in ärztliche Hände.

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